Lightroom Vorher Nachher: Yoga in der toskana

Lightroom · Vorher und Nachher

Yoga in der Toskana: So entstand die ruhige Abendstimmung.

Eine flache, dunkle RAW-Datei – und eine Szene, in der eigentlich alles da war: Olivenbäume, Mondlicht und die Wärme eines Sommerabends. Hier zeige ich dir meinen kompletten Bearbeitungsweg.

Von Florian Kirschbaum · Lightroom und Stilfindung

Der direkte Vergleich

Vom RAW zur fertigen Bearbeitung.

Mein Ziel war nicht, aus der Aufnahme eine andere Szene zu machen. Ich wollte sichtbar machen, was ich vor Ort wahrgenommen hatte: Wärme, Tiefe und Ruhe.

Unbearbeitetes RAW-Foto einer Yoga-Pose zwischen Olivenbäumen in der Toskana
VorherRAW-Datei
Fertige Lightroom-Bearbeitung der Yoga-Szene in der Toskana
NachherLightroom Edit

Auf den ersten Blick wirkte die RAW-Datei flach und dunkel. Die Szene selbst war jedoch wunderschön: eine Yoga-Pose zwischen Olivenbäumen, der aufgehende Mond am Himmel und das warme Licht eines Abends in der Toskana.

Mit meiner Bearbeitung wollte ich genau diese Atmosphäre wieder sichtbar machen – warm, klar und voller Tiefe, ohne das Bild künstlich wirken zu lassen.

Schritt 01 · Grundeinstellungen

Erst Licht, dann Wirkung.

Bevor Farbe interessant wird, muss die Helligkeitsverteilung stimmen. Deshalb beginne ich mit wenigen, klaren Korrekturen.

Belichtung+0,80
Lichter−100
Tiefen+60
Schwarz−16
Textur−24
Klarheit−21
Grundeinstellungen für das Yoga-Foto in Lightroom

Die Basis schaffen

Die leicht erhöhte Belichtung öffnet die Szene. Gleichzeitig schützen stark reduzierte Lichter die feinen Tonwerte im Himmel.

Durch die angehobenen Tiefen werden Olivenbäume und Vordergrund wieder lesbar. Abgesenkte Schwarztöne bringen Tiefe zurück. Weniger Textur und Klarheit lassen die Aufnahme weicher und ruhiger wirken.

Schritt 02 · Gradationskurve

Kontrast, ohne die Ruhe zu verlieren.

Gradationskurve der Lightroom-Bearbeitung

Eine sanfte S-Kurve

Mit der Gradationskurve erhält das Foto einen dezenten Kontrast und mehr Räumlichkeit.

Die Schatten werden etwas dunkler, die Mitteltöne heller und die hellsten Bereiche leicht angehoben. Dadurch wirkt die Szene dreidimensionaler, ohne ihren natürlichen Charakter zu verlieren.

Schritt 03 · HSL

Weniger Farbe. Mehr Atmosphäre.

Statt alle Farben kräftiger zu machen, reduziere und ordne ich sie. So kann die Stimmung der Szene in den Vordergrund treten.

HSL-Farbton-Einstellungen in Lightroom

Farbton

Blau wandert leicht Richtung Aqua (−23), um die abendliche Stimmung stärker hervorzuheben.

HSL-Sättigungs-Einstellungen in Lightroom

Sättigung

Rot −65 · Orange −36 · Gelb −34 · Grün −53 · Blau −81. Ablenkende Farbtöne treten zurück.

HSL-Luminanz-Einstellungen in Lightroom

Helligkeit

Orange und Gelb werden heller, Blau und Grün dunkler. Himmel und Vordergrund gewinnen dadurch an Tiefe.

Der entscheidende Schritt ist nicht maximale Sättigung, sondern eine klare Farb-Hierarchie: Das warme Licht führt den Blick, die übrigen Töne schaffen Ruhe.

Schritt 04 · Color Grading

Der letzte farbliche Feinschliff.

Schatten, Mitteltöne und Lichter erhalten jeweils eine subtile Richtung. Entscheidend bleibt, dass keine davon den natürlichen Eindruck überlagert.

Color-Grading-Einstellungen für die Schatten

Schatten

Ein warmer Orangeton mit Farbton 22 und Sättigung 26 gibt den dunklen Bereichen Atmosphäre.

Color-Grading-Einstellungen für die Mitteltöne

Mitteltöne

Farbton 41 und Sättigung 14 unterstützen Hauttöne und die warmen Farben der Landschaft.

Color-Grading-Einstellungen für die Lichter

Lichter

Eine dezente grünlich-gelbe Färbung mit Farbton 75 und Sättigung 9 balanciert den Himmel.

Die Entwicklung des Bildstils

Nicht heller. Sondern näher am Gefühl.

Meine frühere Bearbeitung zeigte mehr Details. Die aktuelle Version lässt Dunkelheit bewusst zu – und entspricht dadurch stärker dem ruhigen Übergang zwischen Tag und Nacht.

Frühere hellere Bearbeitung des Yoga-Fotos
Frühere BearbeitungMehr Details
Aktuelle ruhige Bearbeitung des Yoga-Fotos bei Sonnenuntergang
Aktuelle BearbeitungMehr Atmosphäre

In der früheren Version wollte ich vor allem die Landschaft sichtbar machen. Der Boden und die Olivenbäume ließen sich leichter erkennen, das gesamte Foto wirkte heller.

Heute lasse ich die dunklen Tonwerte tiefer und halte das Licht im Himmel weicher. Dadurch entsteht eine klarere Trennung zwischen dem letzten Abendlicht und dem Vordergrund. Die Aufnahme konzentriert sich stärker auf den stillen Übergang zwischen Tag und Nacht – und spiegelt für mich die Atmosphäre dieses Moments besser wider.

Florian Kirschbaum

Florian Kirschbaum ist Fotograf für Reise-, Hotel- und Landschaftsfotografie mit Sitz in Mannheim. Auf diesem Blog schreibt er über Bildbearbeitung in Lightroom, Stilentwicklung und seinen Weg vom IT-Direktor zum Fotografen. Er bietet einen Lightroom-Kurs zur Stilfindung an — auf Deutsch und Englisch. In einem kostenfreien Bildstilanalyse-Tool können Fotografen ihren Bearbeitungsstil prüfen.

https://www.florian-kirschbaum.com
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