Lightroom-Bearbeitung: Yoga in der Toskana – Vorher und Nachher

RAW-Foto – die fertige Lightroom-Bearbeitung findest du am Ende des Artikels.

Auf den ersten Blick wirkte die RAW-Datei dieses Fotos flach und dunkel. Die Szene selbst war jedoch wunderschön: eine Yoga-Pose zwischen Olivenbäumen, der aufgehende Mond am Himmel und das warme Licht eines Abends in der Toskana.

Mit meiner Bearbeitung in Lightroom wollte ich genau diese Atmosphäre wieder sichtbar machen – warm, klar und voller Tiefe.


Grundeinstellungen – die Basis schaffen

Grundlegende Anpassungen in Lightroom

Zunächst habe ich die Belichtung leicht erhöht (+0,80), um die gesamte Szene aufzuhellen. Gleichzeitig wurden die Lichter vollständig reduziert (−100), damit die feinen Tonwerte im Himmel erhalten bleiben.

Die Tiefen habe ich angehoben (+60), wodurch die Olivenbäume und weitere Details im Vordergrund besser sichtbar wurden.

Um dem Bild mehr Tiefe zu verleihen, wurden die Schwarztöne leicht abgesenkt (−16). Textur (−24) und Klarheit (−21) habe ich dagegen reduziert, damit die Aufnahme weicher und ruhiger wirkt.


Gradationskurve in Lightroom

Gradationskurve – Tiefe und Kontrast hinzufügen

Mit der Gradationskurve habe ich dem Foto einen dezenten Kontrast und mehr Räumlichkeit verliehen.

Durch eine sanfte S-Kurve wurden die Schatten abgedunkelt, die Mitteltöne aufgehellt und die hellsten Bereiche leicht angehoben. Dadurch wirkt die Szene lebendiger und dreidimensionaler, ohne ihren natürlichen Charakter zu verlieren.


HSL-Anpassungen – die Farben verfeinern

Farbton

Die wichtigste Verschiebung fand im Himmel statt. Ich habe das Blau leicht in Richtung Aqua verschoben (−23), um die abendliche Stimmung stärker hervorzuheben.

Sättigung

Die Sättigung vieler Farben wurde gezielt reduziert:

  • Rot: −65

  • Orange: −36

  • Gelb: −34

  • Grün: −53

  • Blau: −81

Dadurch verschwanden ablenkende Farbtöne und die Farbpalette wurde insgesamt ruhiger. Der Fokus liegt nun stärker auf dem Himmel und dem warmen Licht am Horizont.

Helligkeit

Orange (+29) und Gelb (+25) wurden aufgehellt, um das warme Leuchten am Horizont zu betonen.

Blau (−73) und Grün (−18) habe ich dagegen abgedunkelt. Dadurch erhielten der Himmel und der Vordergrund mehr Tiefe.

Die Anpassungen von Aqua (+29) und Magenta (+56) halfen dabei, die unterschiedlichen Farbbereiche des Bildes besser auszubalancieren.


Color Grading – der letzte Feinschliff

Mit dem Color Grading habe ich die atmosphärische Wirkung des Bildes abschließend verfeinert.

Die Schatten erhielten einen warmen Orangeton (Farbton 22 / Sättigung 26).

Die Mitteltöne wurden ebenfalls leicht in einen warmen Farbbereich verschoben (Farbton 41 / Sättigung 14). Dadurch werden sowohl die Hauttöne als auch die Farben der Landschaft unterstützt.

Die Lichter erhielten eine dezente grünlich-gelbe Färbung (Farbton 75 / Sättigung 9), die dem Himmel eine natürliche Balance verleiht.


Das fertige Ergebnis

Das fertige Bild vermittelt genau das, was ich vor Ort erlebt habe: einen ruhigen Abend, warme Farbtöne und klar erkennbare Strukturen. Aus einer flachen RAW-Datei entstand mit Lightroom ein Foto, das Tiefe, Harmonie und Atmosphäre ausstrahlt, ohne künstlich bearbeitet zu wirken. Weitere Vorher-Nachher-Artikel mit detaillierten Bearbeitungsschritten findest du hier.

Die ruhige Abendstimmung bewahren

Bei meiner früheren Bearbeitung dieses Fotos wollte ich die Szene vor allem aufhellen und mehr von der Landschaft sichtbar machen. Der Boden und die umliegenden Olivenbäume ließen sich dadurch besser erkennen. Das Foto wirkte insgesamt heller und war leichter zu erfassen.

Mit der Zeit hat sich meine Art der Bildbearbeitung jedoch verändert.

In meiner aktuellen Version habe ich zugelassen, dass die dunklen Tonwerte der Landschaft tiefer bleiben. Gleichzeitig wurde das Licht im Himmel weicher gehalten. Dadurch entsteht eine klarere Trennung zwischen dem letzten Abendlicht und dem dunkleren Vordergrund.

Die Szene wirkt nun ruhiger und entspricht stärker der Atmosphäre, die ich in diesem Moment wahrgenommen habe. Anstatt jedes Detail im Boden und in den Bäumen sichtbar zu machen, konzentriert sich die Aufnahme stärker auf den stillen Übergang zwischen Tag und Nacht.

Für mich spiegelt diese Interpretation sowohl die friedliche Stimmung der Landschaft als auch die Bewegung innerhalb der Szene besser wider.

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Florian Kirschbaum

Florian Kirschbaum ist Fotograf für Reise-, Hotel- und Landschaftsfotografie mit Sitz in Mannheim. Auf diesem Blog schreibt er über Bildbearbeitung in Lightroom, Stilentwicklung und seinen Weg vom IT-Direktor zum Fotografen. Er bietet einen Lightroom-Kurs zur Stilfindung an — auf Deutsch und Englisch. In einem kostenfreien Bildstilanalyse-Tool können Fotografen ihren Bearbeitungsstil prüfen.

https://www.florian-kirschbaum.com
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