Wochenreflexion #20/KW 50: Loslassen wenn der Körper entscheidet

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Die leisen Anzeichen vor dem Stillstand

Die Erkältung hat sich schon am Samstag angekündigt. Eigentlich ging es mir noch gut, aber die Halsschmerzen waren seit zwei, drei Tagen da. Dieses typische Hin und Her im Kopf: Ist es nur eine Verspannung – oder kommt da wirklich etwas? Gleichzeitig war da dieser innere Druck, unbedingt am Fitnessplan festzuhalten. Und am Fotoplan. Bloß nicht wieder aus dem Rhythmus fallen.

Identität statt Zustand

Am Samstagabend, beim Reflektieren, kam dann ein Gedanke, den ich auch schon im letzten Blogartikel formuliert hatte:
Ich muss loslassen.
Nicht im Sinne von aufhören – weder mit dem Sport noch mit der Fotografie. Sondern im Sinne von Identität. Es geht nicht darum, einen Zustand X dauerhaft durchzuhalten, sondern darum, jemand zu werden, der diese Dinge langfristig lebt – auch mit Pausen, Rückschritten und Unterbrechungen.

Wenn der Körper die Entscheidung trifft

Kaum hatte ich diesen Gedanken zugelassen, habe ich mich montags trotzdem noch einmal durch ein paar Termine auf der Arbeit gequält. Und dann hat es mich komplett umgehauen. Ein gripphafter Infekt mit Husten, Gliederschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte. Ich lag die ganze Woche im Bett. Wirklich komplett.

Gedanken, die bleiben, wenn alles stillsteht

Was mich dabei besonders frustriert hat: Mein Kopf war ständig bei der Arbeit. IT-Themen, To-dos, Gedanken an Meetings, Strukturen, Probleme. Ich lag zu Hause, krank, und mein Gehirn dachte nicht über Fotografie, nicht über Kreativität, nicht über schöne Dinge nach – sondern über genau das, wovon ich mich eigentlich lösen will. Das hat sich bitter angefühlt.

Produktivität auf null

Ich habe versucht, das Positive zu sehen. Dass es besser jetzt passiert als zu einem Zeitpunkt, an dem ein Auftrag ansteht. Dass der Körper sich diese Pause offensichtlich genommen hat, bevor ich es selbst getan hätte. Trotzdem zog sich die Woche endlos. Ich war komplett unproduktiv. Keine Arbeit an der Webseite, keine Posts, keine Pinterest-Videos. Ich habe nicht meditiert, nicht gejournalt. Ich habe diese Woche einfach nur über mich ergehen lassen.

Sicherheit, Zweifel und Verantwortung

Gleichzeitig habe ich Podcasts gehört – darüber, was es bedeutet, Fotograf zu sein. Steuerlich. Krankenversicherung. Altersvorsorge. Rücklagen. Verantwortung. Und in diesen Momenten kam ganz klar der Gedanke:
Was treibst du da eigentlich?
Vielleicht solltest du das alles lassen. Vielleicht einfach in dem sicheren Job bleiben, den du hast.

Dazu kamen die Rechnungen rund um die Weihnachtszeit. Das Gefühl, Alleinverdiener zu sein. Verantwortung für drei Menschen zu tragen. Und plötzlich wirkte der Traum von der Fotografie wieder weit weg und unrealistisch.

Gemeinsam krank, gemeinsam durchhalten

Das vielleicht Ehrlichste an dieser Woche: Wir waren alle drei gleichzeitig krank. Wir lagen gemeinsam im Bett. Und am Ende haben wir versucht, diese Zeit trotzdem irgendwie schön zu gestalten. Einen Weihnachtsbaum aufzustellen. Uns gegenseitig zu sagen: Wir müssen jetzt noch eine Woche arbeiten, bevor wir in den Weihnachtsurlaub gehen. Dann wird es ruhiger.

Eine Woche ohne Fortschritt – und doch Teil des Weges

Diese Woche war keine Woche des Fortschritts. Sie war eine Woche des radikalen Loslassens.  Nicht freiwillig, nicht geplant – aber notwendig.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Erkenntnis dieser Woche: Dass Entwicklung nicht darin besteht, jede Woche etwas zu leisten, sondern manchmal darin, stillzuhalten, obwohl alles im Kopf dagegen arbeitet.

Alle bisherigen Wochenreflexionen findest du hier.

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Wochenreflexion #21/ KW 51 – Zwischen Abarbeiten, Geduld und ersten erfolgen

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