Wochenreflexion #33/ KW 11 2026 – Zwischen Corporate Karriere und eigener Vision

Diese Woche hat mir wieder sehr klar gezeigt, in welchem Spannungsfeld ich mich gerade bewege. Auf der einen Seite stehe ich im Corporate-Kontext, übernehme Verantwortung, präsentiere Projekte auf hohem Niveau und bekomme Feedback, dass ich wirke wie jemand aus dem Marketing – klar, strukturiert, überzeugend. Auf der anderen Seite merke ich gleichzeitig immer stärker: Das ist nicht das, was mich langfristig erfüllt.

Ich hatte in diesem Moment ein sehr klares Gefühl: Ich weiß, dass ich das kann – aber mein Weg geht woanders hin.

Das ist ein Unterschied, der sich in den letzten Monaten immer deutlicher herausarbeitet. Früher hätte ich aus solchen Situationen wahrscheinlich mehr Bestätigung gezogen und versucht, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Heute spüre ich eher das Gegenteil. Je mehr Verantwortung ich übernehme, desto mehr merke ich, wie sehr sie mich bindet.

Und genau das ist für mich gerade eine wichtige Erkenntnis.

Wachstum ohne Zielverschiebung

Was mich besonders beschäftigt hat: Ich habe gemerkt, wie sehr ich mich weiterentwickelt habe – fachlich, kommunikativ und in meiner Wirkung. Gleichzeitig hat sich aber mein Ziel verschoben. Es geht nicht mehr darum, in diesem System weiter aufzusteigen.

Früher, das ist bis vor einem Jahr, war mein Fokus stark auf Entwicklung im klassischen Sinne ausgerichtet. Bessere Führung, mehr Einfluss, die nächste Stufe. Heute geht es mir um etwas anderes. Ich suche Klarheit, Selbstbestimmung und den Aufbau von etwas Eigenem. Das Spannende ist, dass ich das Corporate-System gerade noch brauche, aber mich nicht mehr darüber definiere.

Der Unterschied zwischen Können und Wollen

Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Woche ist für mich, dass Können und Wollen zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Nur weil ich etwas gut kann, bedeutet das nicht, dass ich es langfristig machen sollte. Ich sehe ganz klar, dass ich im Unternehmen weiter wachsen könnte. Mehr Verantwortung übernehmen, größere Themen treiben, vielleicht irgendwann sogar die Rolle als CIO erreichen könnte. Aber ich merke gleichzeitig, dass ich das nicht will.

Nicht aus Unsicherheit heraus, sondern aus Klarheit. Die Verantwortung, die damit einhergeht, passt nicht zu dem Leben, das ich mir aufbauen möchte.

Warum mich Corporate zunehmend Energie kostet

Was mich zunehmend beschäftigt, ist weniger die Arbeit selbst, sondern das System, in dem sie stattfindet. Ich merke, wie viel Energie in Abhängigkeiten, Abstimmungen und unausgesprochenen Erwartungen verloren geht. Besonders dann, wenn Verantwortung nicht wirklich übernommen wird oder wenn Strukturen eher bremsen als unterstützen.

Ich habe früher oft versucht, solche Dinge aktiv zu verändern. Heute spüre ich, dass ich meine Energie bewusster einsetzen möchte. Nicht mehr überall eingreifen, nicht alles lösen wollen, sondern meine Energie auf das richten, was für mich wirklich relevant ist.

Das ist kein Rückzug, sondern eine bewusste Entscheidung.

Mein Weg: Etwas Eigenes aufbauen

Parallel dazu wird mein eigener Weg immer klarer. Ich merke, dass sich über die letzten Monate ein Bild entwickelt hat, das sich zunehmend stimmig anfühlt.

Ich möchte fotografisch für Orte arbeiten, die Ruhe ausstrahlen, aber sich gleichzeitig weiterentwickeln wollen. Orte mit Haltung, mit Tiefe, mit einer klaren Identität. Gleichzeitig möchte ich mit meinem Kurs Menschen dabei helfen, ihren eigenen Bearbeitungsstil zu entwickeln und ihre Bilder bewusster zu gestalten.

Und darüber hinaus entsteht etwas, das noch größer ist. Meine Reflexionen, meine Erfahrungen, mein Weg. Daraus kann langfristig ein Buch entstehen. Vielleicht auch Gespräche, Vorträge oder Formate, in denen ich andere dabei unterstütze, ihren eigenen Weg klarer zu sehen.

Das fühlt sich nicht wie ein klassischer Karriereweg an. Aber es fühlt sich richtig an.

Erste echte Signale

Was mir diese Woche besonders aufgefallen ist: Es gibt erste echte Signale, dass das Ganze funktioniert.

Meine Website hatte in den letzten vier Wochen rund 225 Besucher. Das ist keine große Zahl, aber es sind reale Menschen, die auf meine Inhalte stoßen. Besonders spannend ist, dass ein Teil davon direkt auf der Kursseite landet.

Das zeigt mir, dass da bereits Interesse entsteht. Menschen sehen Inhalte, werden neugierig und schauen sich an, was ich anbiete. Noch ist das alles klein, aber das Muster ist da.

Und genau darauf kommt es an.

Geduld als Schlüssel

Gleichzeitig merke ich, wie schnell Zweifel aufkommen können. Die Frage, ob das alles wirklich funktioniert, ob Pinterest irgendwann skaliert oder ob meine Inhalte über Google sichtbar werden, ist immer wieder da.

Aber wenn ich es nüchtern betrachte, bin ich noch ganz am Anfang. Die Inhalte sind erst seit wenigen Monaten wirklich indexiert, die Struktur entwickelt sich gerade erst und viele Dinge brauchen einfach Zeit.

Das ist kein linearer Prozess. Es ist eher so, dass lange wenig passiert und sich dann nach und nach Dinge aufbauen. Diese Phase auszuhalten, ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Teile des gesamten Weges.

Energielevel als Spiegel

Auch körperlich hat mir diese Woche einiges gezeigt. Ich habe gemerkt, dass ich müde bin, dass mein Energielevel niedriger ist und dass mein Körper gerade nicht auf maximale Leistung ausgelegt ist.

Früher hätte ich versucht, dagegen anzukämpfen. Mehr Training, mehr Disziplin, mehr Druck. Heute habe ich bewusst einen Schritt zurück gemacht, die Gewichte reduziert und meinem Körper Raum gegeben.

Das Gleiche gilt auch für das Thema Ernährung. Ich habe gemerkt, wie stark sich mein Energielevel verändert, wenn ich nicht ausreichend esse. Gerade in intensiven Phasen wird das schnell unterschätzt.

Für mich war das eine Erinnerung daran, dass Entwicklung nicht nur im Kopf stattfindet, sondern auch körperlich getragen werden muss.

Balance statt Maximierung

Ein weiterer Gedanke, der sich durch die Woche gezogen hat, ist das Thema Balance. Ich habe gemerkt, wie schnell ich dazu neige, Dinge zu optimieren und zu steigern. Mehr Gewicht im Training, mehr Output, schnellerer Fortschritt.

Aber genau das ist nicht nachhaltig. Was langfristig funktioniert, ist eine saubere, ruhige und konstante Entwicklung. Kleine Schritte, die sich über Zeit summieren.

Das gilt für das Training genauso wie für meine Arbeit, meine Inhalte und meinen gesamten Weg.

Vertrauen in den eigenen Weg

Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, wird mir klar, wie viel sich verändert hat. Vor einem Jahr habe ich Fotografie innerlich fast abgeschrieben. Heute ist sie ein zentraler Bestandteil meines Lebens. Nicht, weil ich sie erzwungen habe, sondern weil ich ihr Raum gegeben habe. Das gibt mir Vertrauen. Vertrauen darin, dass sich Dinge entwickeln dürfen, auch wenn sie sich zwischendurch unsicher anfühlen. Dass Klarheit nicht sofort da sein muss, sondern entsteht.

Fazit dieser Woche

Ich stehe gerade zwischen zwei Welten. Einer Welt, die ich gut beherrsche, die mir Sicherheit gibt, die mich aber auch begrenzt. Und einer Welt, die ich gerade aufbaue, die noch unsicher ist, aber sich richtig anfühlt. Und genau in diesem Zwischenraum entsteht gerade etwas Neues.

Ich weiß nicht, wie schnell es sich entwickeln wird. Ich weiß nicht, wann es sich tragen wird. Aber ich merke, dass ich mich nicht mehr davon abhängig mache.

Ich gehe Schritt für Schritt weiter. Und das reicht im Moment..Alle bisherigen Wochenreflexionen findest du hier.

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Wochenreflexion #32/ KW 10 2026 – Wenn der eigene Stil plötzlich sichtbar wird