Wochenreflexion #36/ KW 14 2026 – Mein Weg ist realistisch
Eine Woche, die sich leise verändert hat
Diese Woche hat sich auf den ersten Blick gar nicht besonders angefühlt. Ich habe fotografiert, ein bisschen ausprobiert und meine Bilder gepostet, ohne dass etwas herausgestochen wäre. Und trotzdem war da am Ende dieses Gefühl, dass sich etwas verschoben hat. Nicht in dem, was ich konkret gemacht habe, sondern in dem, wie ich meinen eigenen Weg wahrnehme und einordne.
Das Shooting im Tonstudio – und was es in mir ausgelöst hat
Der Auslöser dafür war das Shooting im Tonstudio. Ich war dort, um einen Musiker und seine Band zu fotografieren, und habe schon beim Reinkommen gemerkt, dass die Situation anders ist als das, was ich normalerweise mache. Es waren mehr Leute da als erwartet, es war laut, unruhig und viele Gespräche liefen gleichzeitig.
Gleichzeitig waren dort zwei Fotografen und Videografen von Zweisilbig, mit viel Equipment, klarer Rolle und sichtbarer Struktur in ihrer Arbeitsweise. Man hat sofort gespürt, dass sie sich in diesem Umfeld bewegen können, dass sie wissen, wie sie solche Situationen steuern und daraus Content produzieren.
Ich hingegen stand erstmal da und musste meinen Platz finden. Und genau darin lag im Nachhinein die eigentliche Erkenntnis. Ich habe gemerkt, dass ich gar nicht der Typ bin, der in so eine Situation reingeht und sie übernimmt oder Menschen aktiv inszeniert. Stattdessen habe ich begonnen, mich ruhig durch den Raum zu bewegen, habe über Schultern fotografiert, Details wahrgenommen und kleine, unauffällige Momente eingefangen.
Ich habe mich bewusst zurückgenommen und genau dadurch sind die Bilder entstanden, die sich für mich richtig anfühlen.
Der Unterschied zu anderen – und warum er wichtig ist
Im Austausch mit den beiden wurde schnell klar, wie unterschiedlich die Ansätze sind. Sie arbeiten stark für Firmen, produzieren Social-Media-Content und denken in Formaten, Anforderungen und Output. Ich fand das interessant zu beobachten, aber gleichzeitig wurde mir klar, dass ich mich darin nicht sehe.
Nicht, weil es besser oder schlechter ist, sondern weil es einfach nicht zu mir passt. Diese Erkenntnis hat für mich etwas sortiert. Ich habe verstanden, dass ich gar nicht einfach Fotograf im klassischen Sinne sein möchte. Ich möchte nicht der sein, der Content produziert oder sich an Anforderungen anpasst, sondern eher jemand, der beobachtet, reduziert und Dinge sichtbar macht, die sonst vielleicht übersehen werden.
Fotografie als Medium – nicht als Ziel
Aus dieser Erfahrung heraus wurde mir klar, dass Fotografie für mich nicht das eigentliche Ziel ist. Sie ist vielmehr ein Medium. Was mich wirklich interessiert, ist die Entwicklung dahinter. Ich möchte zeigen, wie sich Dinge verändern, wie sich ein Weg entwickelt und wie man sich selbst besser versteht.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diese Woche begonnen habe, mehr als nur Bilder festzuhalten. Ich habe mich im Alltag gefilmt, beim Sport, im Büro, in ganz einfachen Momenten, die auf den ersten Blick unspektakulär sind. Und trotzdem sind es genau diese Situationen, die meinen Weg am ehrlichsten zeigen.
Ein neuer Umgang mit Instagram
Parallel dazu habe ich mein Instagram-Konto wieder eröffnet, nachdem ich über ein Jahr komplett raus war und meinen alten Account mit mehr als 16.000 Abonnenten bewusst gelöscht habe. Dieser Schritt war damals ein klarer Cut und genau deshalb fühlt sich der Neustart jetzt so anders an.
Ich poste wieder, aktuell ein Bild pro Tag, aber ich nutze die Plattform komplett anders als früher. Ich öffne die App, lade etwas hoch und gehe wieder raus. Kein Scrollen, kein Verlieren im Feed, kein ständiger Vergleich. Einmal pro Woche schaue ich bewusst in die Analytics, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was passiert, und das war’s.
Diese Klarheit im Umgang mit der Plattform hat mir gezeigt, dass Sichtbarkeit auch ohne Druck funktionieren kann, wenn man sich selbst dabei nicht verliert.
Der Test mit Werbung – und was er mir gezeigt hat
Ein kleiner Test diese Woche war das Thema Werbung. Ich habe Pinterest Ads ausprobiert, einfach um zu sehen, was passiert. Technisch hat es funktioniert, Menschen kommen auf die Website. Aber es kauft niemand den Kurs.
Früher hätte mich das wahrscheinlich verunsichert. Heute sehe ich es anders. Ich habe verstanden, dass der Kurs nie mein Ausgangspunkt war. Er ist eher ein Nebenprodukt, etwas, das dann relevant wird, wenn Menschen verstehen, wie ich arbeite und warum ich Dinge so mache, wie ich sie mache.
Diese Erkenntnis hat mir nochmal klar gezeigt, dass ich gerade nicht ein Produkt verkaufe, sondern etwas aufbaue, das langfristig trägt.
Ein kleiner Impuls mit großer Wirkung
In diesem Zusammenhang bin ich auf ein Buch von Bernhard Moestl gestoßen, jemand, der Fotografie mit Themen wie Disziplin, Entwicklung und innerer Klarheit verbindet. Es war kein großes Ereignis, aber ein Gedanke ist hängen geblieben.
Dieser Weg ist möglich. Nicht als Idee oder Wunsch, sondern als etwas Reales. Und genau das hat sich diese Woche zum ersten Mal wirklich greifbar angefühlt.
Die eigentliche Erkenntnis dieser Woche
Am Ende geht es gar nicht um das Shooting, die Bilder oder die einzelnen Experimente. Es geht darum, dass sich innerlich etwas sortiert hat. Ich habe gemerkt, dass ich nichts erzwingen muss, dass ich nicht auf Anfragen warten muss und dass ich auch nicht versuchen muss, etwas zu werden, was ich gar nicht bin.
Ich muss einfach weitermachen, Bilder machen, reflektieren, Videos aufnehmen und meinen Weg sichtbar machen.
Fazit
Ich bin nicht mehr auf der Suche nach meinem Weg. Ich bin bereits auf ihm. Und das erste Mal fühlt es sich nicht mehr wie eine Idee an, sondern wie etwas, das wirklich funktionieren kann. Vielleicht sind es gar nicht die großen Entscheidungen, die uns weiterbringen. Sondern die Situationen, in denen wir merken, was zu uns passt – und was nicht. Nicht jede Situation passt zu dir. Aber jede kann dir zeigen, wer du bist. Und genau daraus entsteht Klarheit. Alle bisherigen Wochenreflexionen findest du hier.