Wochenreflexion #25/ KW 3 2026 – Loslassen als Teil von WachstuM
📌 Diese Reflexion hat dich inspiriert? Du findest das Bild auch auf meinem Pinterest-Board.
Die vergangene Woche war nach außen betrachtet ruhig – und gleichzeitig produktiv auf eine andere, tiefere Art.
Ich habe viele Fotos von einer alten Festplatte bearbeitet, aussortiert und gelöscht. Kein sichtbares Produzieren, kein neues Material, das sofort nach außen geht. Auf Pinterest war ich vergleichsweise wenig aktiv, ein Blogartikel auf der Webseite hat sich verzögert. Und trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, hinterherzuhinken.
Über die Woche hinweg hat sich eine zentrale Erkenntnis immer klarer gezeigt: Auch in der Fotografie darf ich loslassen – und entspannter werden.
Die Analogie zum Sport
Wie so oft kam mir diese Erkenntnis über den Sport.
In den letzten Wochen hatte ich mehrere intensive Krafttrainingseinheiten. Der Trainingsload meiner Uhr ist dabei kaum gestiegen – schlicht, weil sie Muskelbelastung nicht misst, sondern primär die Herzfrequenz. Früher hätte mich das unruhig gemacht. Dieses Gefühl, noch etwas tun zu müssen, damit eine Zahl stimmt. Diese Woche war es anders.
Ich habe bewusster auf mein Körpergefühl gehört:
Pausen zugelassen
entspanntere Cardioeinheiten eingebaut
im Cardio sogar gezielt langsamer statt schneller trainiert
Und genau das war interessant: Langsam zu laufen fällt mir deutlich schwerer als schnell zu laufen. Es erfordert Kontrolle, Geduld und Vertrauen. Irgendwann hat es Klick gemacht.
Der Übertrag auf die Fotografie
Ich habe gemerkt: Ich muss auch in der Fotografie nicht jeden Tag produktiv sein. Genauso wie im Training wächst nicht alles in der Belastung – sondern oft in der Pause. Es geht weniger darum, täglich ein Ziel zu bedienen, sondern darum, eine Identität zu festigen, die ich langfristig leben möchte.
Diese Identität bedeutet für mich nicht,jeden Tag etwas posten, ständig sichtbar sein und Aktivität mit Fortschritt verwechseln
Sondern eher Dinge zu veröffentlichen, weil ich sie wirklich teilen möchte, auch mal zwei Tage bewusst nichts tun, präsent bleiben, ohne mich zu pushen.Diese Erkenntnis hat mein inneres Stresslevel spürbar gesenkt. Mehr Ruhe, mehr Vertrauen.
Identität statt Ziel
Gerade im Kontext von Manifestation wurde mir das noch klarer:
Ich arbeite weniger an einem konkreten Ziel – und viel mehr an einer Identität. Fotografie ist ohnehin jeden Tag präsent: durch Bearbeitung, Recherche, Löschen, Auswählen, Reduzieren. Ich entferne mich nicht von meiner zukünftigen Identität, nur weil ich eine ruhigere Woche habe. Dafür bin ich längst zu weit gegangen.
Kleine, bewusste Optimierungen
Parallel dazu haben wir in der Google Search Console geprüft, welche Seiten aktuell indexiert sind. Dabei ist aufgefallen, dass die Blog-Übersichtsseite nicht sauber als zentraler Hub erfasst war. Also haben wir gezielt nachjustiert.
Auch hier wieder dasselbe Prinzip:
Ein Werkzeug nutzen, um etwas Bestehendes zu verbessern – nicht aus Unruhe heraus etwas Neues produzieren. Ich habe gemerkt, wie mein Kopf zwischendurch nach Aktion verlangt hat. Dieses alte Muster: aktiv sein, um sich sicher zu fühlen. Diese Woche habe ich mich bewusst dagegen entschieden.
Vertrauen trainieren – im Sport wie in der Fotografie
Ein besonders guter Spiegel war erneut die Uhr. Selbst bei intensiven Cardioeinheiten hat der Trainingsload nicht „richtig“ reagiert. Früher hätte ich wahrscheinlich noch eine zusätzliche Laufeinheit eingeschoben – nur um den Wert ins Grüne zu bekommen. Diesmal nicht.
Ich habe mir innerlich gesagt:
Nein, das ist jetzt richtig so. Der Wert pendelt sich von allein ein.
Genau diesen Satz nehme ich jetzt mit in die Fotografie. Ich werde nicht von heute auf morgen der Sportler mit der VO₂max, die ich mir wünsche. Es ist ein Prozess. Und genauso ist es mit meiner fotografischen Entwicklung. Trotzdem bin ich mir sicher: Dieses Jahr wird meine Arbeit und meine persönliche Transformation deutlich sichtbarer werden als bisher.
Orientierung durch Abgrenzung
In der gleichen Woche habe ich ein Autohaus angeschrieben, das hier in der Region sehr bekannt ist, mit der Idee, dort einmal Autos zu fotografieren. Eine Antwort kam bisher nicht.
Im Nachhinein war es eine witzige Idee – aber ich merke auch, dass sie innerlich gar nicht mit mir resoniert. Autohäuser und die Menschen, die dort arbeiten, stehen für mich für eine Welt, die sehr gegensätzlich zu dem ist, wofür ich stehe. Vielleicht erklärt das auch, warum ich die fehlende Antwort nicht weiterverfolgt habe.
Auch das ist eine Erkenntnis: Manchmal handle ich noch aus alten Impulsen heraus – aber ich spüre inzwischen sehr klar, warum etwas nicht passt. Das ist kein Scheitern, sondern Orientierung.
Inspiration von außen – ohne Festhalten
In dieser Woche habe ich außerdem ein YouTube-Video eines Fotografen aus England gesehen, dem ich früher auf Instagram lange gefolgt bin. Er erzählte darin, dass er selbst rund 20 Jahre im Bereich Architektur gearbeitet hat, bevor er sich fotografisch neu ausgerichtet hat.
Das hat mich berührt und motiviert. Es hat mir gezeigt, dass Veränderung auch spät möglich ist – und dass Brüche im Lebenslauf keine Schwäche sind, sondern Tiefe schaffen.
Ich habe ihm daraufhin eine E-Mail geschrieben, mich bedankt und gefragt, ob er vielleicht ein paar Gedanken oder Tipps teilen möchte. Und auch hier wieder dasselbe Prinzip: Wenn eine Antwort kommt – schön. Wenn nicht – ist es genauso okay. Ich habe den Schritt gemacht. Das allein zählt.
Der Gedanke an Instagram – mit Abstand
Seit einigen Wochen begleitet mich außerdem der Gedanke, Instagram vielleicht wieder zu nutzen. Nicht aus Drang, sondern aus einem ruhigen Abwägen heraus. Gleichzeitig ist da eine klare Sorge, wieder die falschen Menschen anzuziehen, mich erneut in alte Muster zu verlieren und Sichtbarkeit mit Wert zu verwechseln
Deshalb ist für mich klar:Wenn Instagram zurückkommt, dann nur mit sehr klaren Regeln. Posten ja. Scrollen nein. Keine Kommentare schreiben. Keine Nachrichten führen. Instagram wäre dann ausschließlich eine Veröffentlichungsfläche. Wer wirklich Interesse hat, soll mich über meine Webseite kontaktieren.
Im Moment lasse ich mir dafür noch Zeit. Ich möchte meine Fotos weiter aussortieren, klarer werden, reduzierter. Erst wenn sich das Gesamtbild wirklich stimmig anfühlt, möchte ich diesen Schritt gehen – mit Ruhe und ohne Druck.
Begegnungen
Zum Schluss noch etwas “Normaleres”. Ich hatte eine schöne Begegnung mit einem Freund, den ich schon sehr lange kenne. In den letzten Monaten wirkte er eher müde, fast ein bisschen trist. Jetzt macht er seit ein paar Wochen wieder Sport – und wirkt spürbar lebendiger. Es hat mich ehrlich gefreut, das zu sehen.
Außerdem wurde ich gefragt, ob man mal essen geht oder ein Bier trinken möchte. Auch das hat mich gefreut. Ich merke, dass ich zunehmend reflektierte Menschen in mein Umfeld ziehe – und ich freue mich auf diese Begegnungen. Alle bisherigen Wochenreflexionen findest du hier.