Lightroom Editing: Vorher Nachher: Piazza dell’Anfiteatro, Lucca
Lightroom · Vorher und Nachher
Lightroom-Bearbeitung im Vorher-Nachher-Vergleich: Piazza dell’Anfiteatro in Lucca
Dieses Drohnenfoto zeigt die Piazza dell’Anfiteatro in Lucca – eine der faszinierendsten architektonischen Formen Italiens. Der ovale Platz wirkt beinahe wie ein Auge, das über der Stadt wacht. Schon in der unbearbeiteten RAW-Datei war die Struktur beeindruckend. Doch das Licht wirkte flach und die Farben zu gleichmäßig. Mein Ziel war es, die Tiefe und den Rhythmus dieser Form wieder sichtbar zu machen, den Blick in die Mitte zu führen und gleichzeitig die natürliche Ruhe der Szene zu bewahren.
Der direkte Vergleich
Von der RAW-Datei zum fertigen Bild.
Dieses Drohnenfoto zeigt die Piazza dell’Anfiteatro in Lucca – eine der faszinierendsten architektonischen Formen Italiens. Der ovale Platz wirkt beinahe wie ein Auge, das über der Stadt wacht. Schon in der unbearbeiteten RAW-Datei war die Struktur beeindruckend. Doch das Licht wirkte flach und die Farben zu gleichmäßig. Mein Ziel war es, die Tiefe und den Rhythmus dieser Form wieder sichtbar zu machen, den Blick in die Mitte zu führen und gleichzeitig die natürliche Ruhe der Szene zu bewahren.


Schritt 01
Grundeinstellungen – das Fundament der Bearbeitung
Zuerst habe ich die Belichtung leicht angehoben (+0,55), um in den dunkleren Bereichen mehr Details sichtbar zu machen, ohne die Dächer zu überbelichten. Gleichzeitig habe ich die Lichter reduziert (−100) und die Tiefen angehoben (+94). So wird das Licht ausgeglichener und starke Kontraste wirken weicher. Diese Balance bildet die Grundlage für eine feinere Tonwertkurve im nächsten Schritt. Um dem Bild wieder mehr Tiefe zu geben, habe ich außerdem den Schwarzwert abgesenkt (−39). Dadurch erhält die Piazza einen natürlichen Rahmen und der Blick wird sanft nach innen geführt.

Was dieser Schritt verändert
Drohnenaufnahmen enthalten oft sehr viele kleine Details. Deshalb habe ich Struktur (−24) und Klarheit (−21) reduziert. Die Dächer wirken dadurch weicher und die gesamte Szene ruhiger und natürlicher. Zum Schluss habe ich die Farbbalance mit etwas mehr Dynamik (+12) und weniger Sättigung (−10) fein abgestimmt. So bleiben die Farben lebendig, ohne zu kräftig zu werden – präsent, aber immer noch sanft.
Schritt 02
Tonwertkurve – mehr Tiefe und Kontrast
Die Tonwertkurve bringt einen sanften Kontrast ins Bild, ohne die weiche Lichtstimmung zu verlieren. Dafür habe ich eine dezente S-Kurve verwendet, die die Tiefen leicht anhebt und die hellen Bereiche betont. Das gibt der Aufnahme mehr Dimension und Struktur, während die Übergänge natürlich und angenehm bleiben. Gerade bei Architekturfotografien hilft ein solch zurückhaltender Kontrast dabei, eine Form nicht nur zu sehen, sondern sie beinahe zu spüren.

Was dieser Schritt verändert
Die Tonwertkurve bringt einen sanften Kontrast ins Bild, ohne die weiche Lichtstimmung zu verlieren. Dafür habe ich eine dezente S-Kurve verwendet, die die Tiefen leicht anhebt und die hellen Bereiche betont. Das gibt der Aufnahme mehr Dimension und Struktur, während die Übergänge natürlich und angenehm bleiben. Gerade bei Architekturfotografien hilft ein solch zurückhaltender Kontrast dabei, eine Form nicht nur zu sehen, sondern sie beinahe zu spüren.
Schritt 03
HSL-Anpassungen – die Farben verfeinern
Im HSL-Bereich habe ich vor allem die warmen Farbtöne reduziert, damit die Dächer natürlicher und weniger gesättigt wirken. Rot (−42) und Orange (−26) waren zu dominant. Durch die Reduzierung entstand ein authentischer Terrakottaton, der zeitlos wirkt. Zusätzlich habe ich Blau (−43) und Magenta (−100) zurückgenommen, um unerwünschte Farbstiche in den Schatten zu entfernen.
Farbton
Im HSL-Bereich habe ich vor allem die warmen Farbtöne reduziert, damit die Dächer natürlicher und weniger gesättigt wirken. Rot (−42) und Orange (−26) waren zu dominant. Durch die Reduzierung entstand ein authentischer Terrakottaton, der zeitlos wirkt. Zusätzlich habe ich Blau (−43) und Magenta (−100) zurückgenommen, um unerwünschte Farbstiche in den Schatten zu entfernen.
Sättigung
Bei der Luminanz habe ich die warmen Töne abgedunkelt (Rot −29, Orange −41), um dem Bild mehr Tiefe zu geben. Die kühleren Töne – Gelb, Grün und Aquamarin – habe ich dagegen leicht aufgehellt. So entsteht ein ausgewogenes Bild, in dem warme und kühle Bereiche sanft ineinander übergehen. Das Ergebnis ist eine ruhige, harmonische Farbwelt aus dezenten Terrakotta- und Erdtönen, die zur Atmosphäre von Lucca passt.
Luminanz
Schritt 04
Color-Grading – der letzte Feinschliff
Mit dem Color-Grading habe ich die Stimmung des Bildes noch genauer definiert. Die Schatten (Farbton 39 / Sättigung 11) erhalten eine warme Nuance, die an spätes Nachmittagslicht erinnert. Die Mitteltöne (Farbton 80 / Sättigung 9) schaffen einen dezent kühlen Ausgleich und halten die Wärme unter Kontrolle. Die Lichter (Farbton 74 / Sättigung 7) bleiben neutral, damit die hellen Bereiche der Piazza natürlich und realistisch wirken. Zusammen erzeugen diese Töne eine friedliche, ausgewogene Farbstimmung – warm, aber nicht golden; ruhig, aber dennoch lebendig.
Schatten
Mit dem Color-Grading habe ich die Stimmung des Bildes noch genauer definiert. Die Schatten (Farbton 39 / Sättigung 11) erhalten eine warme Nuance, die an spätes Nachmittagslicht erinnert. Die Mitteltöne (Farbton 80 / Sättigung 9) schaffen einen dezent kühlen Ausgleich und halten die Wärme unter Kontrolle. Die Lichter (Farbton 74 / Sättigung 7) bleiben neutral, damit die hellen Bereiche der Piazza natürlich und realistisch wirken. Zusammen erzeugen diese Töne eine friedliche, ausgewogene Farbstimmung – warm, aber nicht golden; ruhig, aber dennoch lebendig.
Mitteltöne
Lichter
Schritt 05
Fazit
Das fertige Bild wirkt ruhig, fokussiert und zugleich lebendig. Durch weiche Kontraste, zurückhaltende Farben und eine bewusste Lichtführung wird die stille Struktur dieses Ortes spürbar – nicht durch intensive Farben, sondern durch Licht und Tiefe. Diese Bearbeitung zeigt meine Herangehensweise sehr deutlich: Zuerst forme ich Licht und Struktur, danach bringe ich die Farben ganz bewusst zurück. Das Ergebnis ist weder laut noch effekthascherisch. Es ist ein ausgewogener Ausdruck von Form und Atmosphäre – genau so, wie sich die Piazza in diesem Moment angefühlt hat.
Die Entwicklung meiner Bearbeitung
Mehr Fokus auf Licht und Struktur
Als ich dieses Bild früher bearbeitet habe, wollte ich die Szene vor allem aufhellen und mehr Details der Stadt sichtbar machen. Dächer, Straßen und Gebäude traten deutlicher hervor. Dadurch wirkte die Aufnahme klarer und war leichter zu erfassen.


Mit der Zeit hat sich meine Art der Bildbearbeitung verändert.
In der aktuellen Version lasse ich die Umgebung bewusst dunkler und konzentriere mich stärker auf das natürliche Licht, das auf den zentralen Platz fällt. Die beleuchteten Gebäude heben sich nun klarer von den dunkleren Teilen der Stadt ab. Dadurch entsteht eine stärkere visuelle Struktur. Der Blick wird ganz natürlich zur ovalen Piazza und zum Kirchturm geführt, während die umliegenden Dächer einen dunkleren Rahmen um die Szene bilden.
Anstatt jedes Detail sichtbar zu machen, lebt das Bild heute stärker vom Kontrast zwischen Licht und Schatten. Für mich wirkt die Fotografie dadurch atmosphärischer – und näher an dem Moment, wie er von oben tatsächlich aussah.
Some photographs immediately grab our attention. Others stay with us long after we have seen them. For years, I believed that stronger colors, more contrast and more dramatic edits would make my images better. Over time, I realised that attention and atmosphere are not the same thing. In this article, I explore the difference between editing for reactions and editing for connection, and how this shift completely changed the way I approach photography and Lightroom.